Standortprojekt Obudavár, Ungarn

Das Standortprojekt Obudavár

 

wird von Maria Lukasc und Gottfried Balve geleitet. Ihre weit verzweigte Familie umfasst drei Generationen und mehrere Standorte in verschiedenen Ländern Europas. 

Maria:  "Unsere Motive, Kinder und Jugendliche zu betreuen"

 

"Als unsere Töchter alle “ausgeflogen” waren, suchten wir nach einer sinnvollen Herausfor-derung, die zu uns passt und uns auch Spaß macht. Meine Mutter hatte seinerzeit ein Pflege-kind. Diese Maßnahme legte das Fundament sowohl für unseren heutigen Bezug zu Maßnahmen intensiver Einzelbetreuungen als auch für unsere klaren, realistischen Vorstellungen, wie das Leben mit einem zu betreuenden, nicht aus eigener Familie stammenden Jugendlichen sein könnte. Nach langen Diskussionen besprachen wir damals die Idee auch mit unseren Töchtern und sie waren nicht nur einverstanden, sondern sogar begeistert von dem Plan.

Wir hatten seinerzeit allerdings keine Ahnung, wie man dieses Projekt verwirklichen könnte und so blieb es lange liegen, bis uns ein Bekannter, der für Einzelbetreuungen pädagogische Fachkräfte suchte, darauf ansprach, ob wir nicht ein Kind/ Jugendlichen zu uns nehmen woll-ten. Er habe Kontakt zu einem Jugendamt, das dringend eine ISE im Ausland für einen bestim-mten (damals 10-jährigen) Jugendlichen suche, wenn möglich in der Nähe des Bruders, der bereits vor Ort einzeln betreut wurde. Es dauerte dann noch fast 2 Jahre, bis der Jugendliche schließlich 2013 im Alter von 12 Jahren zu uns kam. Wir haben inzwischen einiges zusammen durchgestanden, haben unsere Entscheidung jedoch nie bereut." 

Warum eine Auslandsmaßnahme? 

 

Eine größere, räumliche Distanz macht Sinn, weil sich die Jugendlichen von bisher belastenden Lebensfeldern und Beziehungsstrukturen entfernen können. Das können "alte Freunde" ebenso sein wie das eigene Elternhaus. Dadurch bietet sich Ihnen eine deutlich größere Chance für einen Neuanfang. 

 

Gottfried:   "Reizarmer Standort" 

 

"Wir leben in einem malerischen, ungarischen Dorf mit ca. 40 Einwohnern. Dadurch ergibt sich automatisch ein familiäres „Näherkommen“, da die Kinder zur Verständigung im Aussenbereich Hilfe benötigen. Dies wirkt auch als Schutz, um Kontakte in unerwünschte Milieus zu erschweren. Auf unserem Hof bieten wir naturnahe, erlebnispädagogische Tätigkeiten an und arbeiten mit tiergestützter Pädagogik. 

 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine reizarme Umgebung den Jugendlichen helfen kann, das Ausreißen, Einbrechen oder Stehlen in den Griff zu bekommen. Die Bezugspersonen bleiben stabil und wechseln nicht, egal was passiert. Dies gibt Stabilität und Kontinuität. 

Wir haben einen großen Familienkreis mit vielen Kindern. Hier kann man Freunde finden, die eine positive Zugkraft und Orientierung bilden. 

Durch das Aufzeigen einer neuen Welt - ländliches, gegenüber Deutschland deutlich ärmeres Dorfleben mit Ziegenhof in Ungarn - versuchen wir auch Wertfreiheit zu vermitteln. 

 

 

Wir wollen erreichen, dass unsere Jugendlichen:

         - emotional stabil werden,

         - eine realistische Selbstwahrnehmung erwerben,

 - ein positives Selbstkonzept erlangen,

 

 - ihre eigenen und gesellschaftliche Grenzen erkennen,

 

 - soziale Kompetenzen und gesundes Selbstvertrauen entwickeln,

 

 - ihre Verhaltens-Auffälligkeiten abbauen.

 

  

Sie sollen weiter erleben

 

  • was man unter Zuverlässigkeit, Sicherheit, Geborgenheit und anderen gelebten Werten versteht.

  • wie es sich anfühlt, wenn in jeder Situation jemand zu ihnen steht.

Ort/Lage:

Das Dorf Óbudavár liegt 10km nördlich vom Balaton, dem größten Binnensee Europas. Im Dorf gibt es keinen Supermarkt, Kneipe, Restaurant und auch kein Vergnügungslokal. Es ist von Wald und Wiesen umgeben. Unsere Familie betreibt einen Ziegenhof und eine Käsemanufaktur. 

 

 

Unterbringung:

Jeder Jugendliche hat sein eigenes Zimmer. Gemeinschaftsräume wie Terrassen, Küche, Ess- und Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt.

Fachinformationen:

Eine Aufstellung detaillierter Informationen für Fachdienste finden Sie im Menü unter "Fachinformationen anfordern"